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Alltagspost für Dich

Liebe Alltagsfreundin, lieber Alltagsfreund,

Ich habe mir Wolle gekauft. Gelbe Wolle. Falls du jetzt denkst, das wäre eine Frühlingsfarbe: Volltreffer! Genau das hat mir die nette Verkäuferin auch gesagt. Ich habe die gelben Knäuel trotzdem gekauft. In meinem kühnsten Traum wird daraus in Höchstgeschwindigkeit ein Schal. Nein, nicht für meine beste Freundin oder gar für meinen Mann (interessante Frage, was er zu einem gelben Schal sagen würde), sondern einfach nur für mich. Warum jetzt so plötzlich ein Schal, noch dazu selbstgestrickt? Nicht dass ich schon genug Schals hätte. (Entrümpeln lässt grüßen!) Aber ich habe eben noch keinen gelben. Und genau diesen brauche ich jetzt und zwar ganz dringend. Warum? Weil ich etwas Gelbes will, etwas Leuchtendes, etwas, das mir sagt: Alles wird gut.
Denn obwohl ich im Lexikon durchaus unter „Mehrheitliche Optimistin“ abgebildet sein könnte, fällt mir das Optimistisch Leben aktuell nicht immer leicht. Da gibt es viele Momente im Kleinen: Wenn mehr Plätzchenteig (nie wieder Zimtsterne!) an meinen Fingern klebt, als auf dem Backpapier. Wenn wieder einmal irgendein Akku unserer technischen Geräte, die gerade sehr gefragt sind, leer ausgeht. Wenn der Nebel um die Häuser zieht und seines noch dazu gibt, dass alles super düster erscheint.
Und dann sind da die Momente im Großen: Wenn ich mir bewusst mache, dass meine Kinder bis gestern täglich sechs Stunden lang Maske tragen mussten (und ich mich schon beim kurzen Wocheneinkauf genervt fühle). Oder wenn ich mir nur ansatzweise vorstelle, was diese Pandemie für die Ärmsten unserer Welt bedeutet. Oder wenn mir klar wird, dass das Jahr 2021, das schon griffbereit vor mir liegt, gefühlt jetzt schon Maske trägt.







Ein gelber Traum wird hoffentlich wahr

 


 

 




 





Optimismus gesucht



 












Der Tag, an dem ich die Freude wiederfand

„Ui, ui, ui," denkst du dir da? Ganz genau. Aber zum Glück habe ich etwas dagegen gefunden. Und zwar die Freude höchstpersönlich. Mitten im Altpapier lag sie vor mir. Wie sie da hinkam? Ich hoffe, du hast ein bisschen Zeit. Denn dazu muss ich das Rad bis in die Zeit des ersten Lockdowns zurückdrehen. Kurz vor Ostern habe ich sehr hoffnungsvoll und mit Ostervorfreude auf den noch maskenlosen Lippen Ostereier im Garten aufgehängt. Schön bedruckt mit „Hoffnung“, „Leben“ und eben „Freude“. Wohlbemerkt aus Papier. Den Sommer über haben sich die Eier schön unter den Blättern unserer kleinen Weide ausgeruht. Im Herbst dann kamen sie zur Überraschung aller zum Vorschein und trotzten mutig den herbstlichen Zeiten. Anfang des Advents dann baumelte nur noch ein Ei am Baum: Die Freude. Etwas zersaust und schön windschief hing sie da. Kurz dachte ich mir: „Jetzt wird es aber Zeit, die Freude vom Baum zu nehmen." Doch ich beließ es beim Denken. Mein Mann aber, fleißig wie er war, warf das vom Wind zerfledderte Ei in den Papiermüll. Dort lag es nun gut zwei Wochen lang. Mitten in meiner Suche nach Gelb fiel mir die Freude wieder ein. „Wer weiß“, dachte ich mir, „vielleicht will die Freude einfach wiedergefunden werden?“ Wie eine weihnachtliche Wühlmaus grub ich mich durch alte Zeitschriften und leere Bäckertüten. Neben mir ein kopfschüttelnder Mann. Und siehe da: Vor mir lag sie, die Freude. Noch ein bisschen mehr zerknautscht, aber immer noch voller Freude. Was ich mit ihr gemacht habe? Ich habe sie wieder dran gehängt an den Baum. Wer weiß, vielleicht ist sie das erste Osterei, das Weihnachten erlebt? Wenn das mal kein Grund zur Freude wäre.
 
Warum ich dir das alles erzähle? Weil auch dein Leben vielleicht ein bisschen gelb vertragen könnte. Immerhin leben wir auf demselben Planeten, tragen ähnlich nervige Masken und wundern uns vielleicht beide, was grad um uns herum passiert. Deshalb bekommst du heute diesen gelben Gruß von mir und damit verbunden den Wunsch, dass dir dein Leben neu und hell entgegenleuchtet.
Du fragst dich, was das alles mit Weihnachten zu tun hat und vermisst in dieser Alltagspost ein paar schöne besinnliche Worte? Hier sind sie. Natürlich sind sie gelb. Denn genauso leuchtend gelb stelle ich mir das Kind vor, das in einer Woche hoffentlich in der Krippe liegt. Voller Hoffnung, Licht und Freude liegt es dann da, ganz ohne Abstandsregeln und streckt uns die Arme entgegen. Wenn das kein Angebot der Freude ist!
 
Was ich dir noch mit auf den Weihnachtsweg geben mag, ist ein Gedicht. Eine wunderbare Freundin aus der Schweiz hat es geschrieben und ich darf es dir weiterschenken:
„Die Welt steht Kopf
Langsamer scheint die Welt sich zu drehen.
Uns erfasst ein tiefes Sehnen
nach Gesprächen im gewohnten Kreis,
zurück zu finden ins alte Gleis.
Doch nichts bleibt wie es war,
dies gilt bestimmt auch nächstes Jahr.
Bleibt zuversichtlich, wagt zu träumen
in den alt vertrauten Räumen.
Schaut zu den Sternen in der Nacht,
damit die Hoffnung neu erwacht.“

(Doris Kistler)
 
Machen wir das? Zuversichtlich bleiben, das Sehnen aushalten, zu den Sternen schauen und die Hoffnung wachkitzeln?
Ich bin dabei und zähle auf dich voll wolliger Freude.
Lass es dir gut gehen und feiere ein wunderbar helles Weihnachtsfest.

Deine

P.S.: Vielleicht sehen wir uns auch online beim Familiengebet? Zusammen mit Samuel, dem Hirten, wandern wir durch den Advent. Auch am Heiligabend und am 27.12. gibt es ein OnlineFamiliengebet. 
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