Copy

Alltagspost für Dich

Liebe Alltagsfreundin, lieber Alltagsfreund,

Mein Staubsauger und ich sind ziemlich beste Freunde. Spätestens wenn es unter den Socken knirscht (was es gefühlt jeden Tag tut), ist Zeit für uns beide. Zeit, um ins Gespräch zu kommen. Du wunderst dich, worüber man mit einem Staubsauger reden kann? Ich kann dir sagen: Einfach über alles. Vom kleinsten Alltagsärger über mittelgroße Katastrophen wie vergessene Onlinetermine zum großen Coronaweltschmerz. Er (Ja, ich glaube, er ist ein Mann. Warum, weiß ich selbst nicht.) versteht mich. Er saugt, was ich will (ob er vielleicht deshalb männlich ist?) und ist rund um die Uhr einsatzbereit, um Staub & Co. verschwinden zu lassen.

Kurz stand unsere Beziehung einmal auf der Kippe. Dann nämlich, als mir eine erfahrene Reinigungskraft den sanften Hinweis gab, dass ich durch das Staubsaugen den Staub nur aufwirbeln würde und deshalb nass wischen viel besser wäre. Wie gut, dass der Wischer und ich ziemlich schlechte Freunde sind. Damals hat mein Staubsauger hörbar und ganz und gar staubfrei aufgeatmet.








Freunde fürs Leben

 




Beziehung in Gefahr


 








Was man tun kann,
wenn man nichts tun kann

Tatsächlich könnte ich dir nun einen kleinen Roman über unsere Freundschaft schreiben. Denn diese ist fast so lang wie mein Leben. Schon als Kind fand ich es irgendwie toll, saugen zu können. (Wie gut, dass im Nachhinein immer alles so schön verklärt ist! Wir fragen mal besser nicht meine Mutter...). Was mich am Staubsaugen fasziniert? Die Tatsache, dass Frau, Mann und Kind etwas bewirken kann. Kurz durch den Familien-Stachus gesaugt und schon sieht die Welt wieder mehr in Ordnung aus. Klar, nur die kleine Welt. Corona lässt sich von einem Staubsauger nicht einschüchtern. Aber das, was Corona mit mir macht, wird selbst durch das Staubsaugen ein bisschen weniger schlimm. Das Gefühl nämlich, nichts tun zu können.  
Wer weiß, ob es dir ähnlich geht? Jetzt, da wir ein Jahr mit gebundenen Händen durch das Leben laufen und von Woche zu Woche gespannt sind, welche Zahl dieses Mal zur Superzahl wird. Ja, da tut es wirklich gut, etwas zu finden, was man tun und bewirken kann. Etwas, was man im Nachhinein sieht und fast ein bisschen stolz darauf ist. Abgesehen von meiner allseits beliebten Staubsaugertournee bin ich stolz darauf, dass die Waschmaschine jetzt links vom Trockner steht (Ich hatte die Idee, ausgeführt hat sie mein lieber Mann!). Dass unser Regenwassercontainer endlich hübsch verkleidet ist (Bester Beweis dafür, dass die Lust auf Veränderung durchaus ansteckend sein kann!) Dass die Kleiderschränke wieder entrümpelt worden sind und unser Wohnzimmer nun den Farbton „Frische Minze“ atmet. Wenn das mal keine Veränderungen sind!
Wie ist das bei dir so? Entdeckst du hier oder da eine Veränderung, die dir gut tut? Vielleicht greifst du dazu nicht zum Staubsauger, sondern genießt die Freundschaft mit deiner Gartenkralle, dem Bügeleisen (für mich unvorstellbar, aber theoretisch möglich), dem Kehrbesen, dem Emailfach, dem Pinsel (glaub mir: schon zwei Quadratmeter neue Farbe können unglaubliches bewirken) oder mit dem Geschirrspüler, der Waschmaschine, der Werkbank,... Du denkst da eher an die schönen Dinge des Lebens? Dann habe ich folgende Freundschaftsanfrage zu bieten: das Buch auf deinem Nachtkästchen (Ja, auch lesen verändert. Seit einer Woche weiß ich dank Katharinas Buchausleihe, dass Homeschooling viel älter ist, als gedacht. In Kanada gab es vor knapp hundert Jahren Schulzüge, die alle paar Wochen in den entlegensten Gegenden vorbeirumpelten. Faszinierend!).
Oder deine Lieblings-CD, die deinem Leben einen neuen Rhythmus verleiht. Ob dank Elton John, Helene Fischer oder wem auch immer. Die Liste könnten wir weiterführen. Eine Liste der Freundschaften, die du im Alltag mit Gegenständen und Gewohnheiten führst, die dein Leben tagtäglich ein klein wenig verändern.

Was ich dir wünsche? Dass du Freundschaft schließen kannst mit dem, was du Tag für Tag tun musst und tun darfst. Denn darin liegt die Chance auf zumindest kleine Veränderungen. Die großen haben wir momentan nicht in der Hand. Ganz ehrlich: Sehr oft bin ich froh, dass nicht ich die Entscheidungen für die großen Veränderungen treffen muss. Dass das andere machen – wenn auch manchmal nicht nachvollziehbar – ist echt toll.

Übrigens: Gott liebt Veränderungen. Nachzulesen im Buch der Bücher von A-Z. Nicht immer passen die Veränderungen zu dem, was wir planen. Aber wie heißt es so schön? „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann erzähl ihm von deinen Plänen!“

Na dann plane ich mal weniger und sauge dafür ein bisschen mehr und sorge so für Veränderungen im Miniformat. Dagegen hat sicher niemand etwas einzuwenden und mein Staubsauger grinst vom Kabel bis zur Düse.

 

 





Weniger planen, mehr verändern

Ganz und gar staubfreie Grüße aus meinem Alltag in deinen!


Deine

P.S.: Lust auf eine blumige Veränderung für dich oder als Geschenkidee? Meine Gänseblümchenkiste hat es in sich und sorgt für hoffnungsvoll-fröhliche Stimmung im Hier und Jetzt.
Copyright © 2021 www.diewortmacherei.de, All rights reserved.

 
die Wortmacherei GbR
Hinter dem Kloster 22, 95478 Kemnath

Deine Einstellungen kannst du hier ändern. Falls Du Dich ganz von der Liste abmelden magst, um zukünftig keine Mails mehr von mir zu erhalten, sage ich "Tschüss" und auf Wiedersehen! 






This email was sent to <<Email Adresse>>
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
Die Wortmacherei · Hinter dem Kloster 22 · Kemnath 95478 · Germany

Email Marketing Powered by Mailchimp