Copy
QUARTIERPOST
Newsletter für die Quartiere Länggasse und Engehalbinsel

Mitte Januar 2022

Inhalt

Hallo <<Vorname>>

Fremdsprachigen beim Deutschlernen helfen, dem Stadtbach oder Kindern zuhören? Viel Spass beim Lesen der ersten Ausgabe der Quartierpost 2022!

#miteinanderreden

 

KonversationspartnerInnen gesucht: Mach mit im Deutsch-Lernfoyer

 

Die Initiative «Deutsch-Lernfoyer» bietet allen Interessierten am Montag Nachmittag die Möglichkeit, im Gespräch in Kleingruppen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. 


Text und Bild: Alessa Hool
Eine Lerngruppe im Deutsch-Lernfoyer. Heute wird zum Thema «Kindheit» diskutiert.
Montags um 16 Uhr wird es geschäftig im Obergeschoss der Kirchgemeinde Paulus. Auch letzte Woche wieder: Freiwillige und Lernende verteilen sich in Kleingruppen an Tischen, Blätter werden verteilt, Alteingessene begrüssen sich, Neue stellen sich vor. Beim Besuch der Quartierpost diese Woche hat die Kerngruppe aus Freiwilligen Fragen zum Thema «Kindheit» vorbereitet: Was heisst Kindheit für jede(n) Einzelne(n)? Wie haben die Anwesenden ihre eigene Kindheit erlebt? Ist ihnen eine Geschichte aus ihrer Kindheit besonders in Erinnerung? Die Unterhaltung an unserem Tisch ist rege; lustige und traurige Geschichten werden erzählt. Barbara, die Schweizer Konversationspartnerin, fragt nach, korrigiert wenn nötig, und schreibt zwischendurch zentrale Sätze auf, die im Gespräch fallen: «Mein Vater fuhr jeden Tag 20 Kilometer mit dem Velo zur Arbeit»; «Wir hatten eine Katze und einen Hund». Danach liest die Gruppe den Text zu «Hänschen klein» und spricht über die Geschichte, die in dem Kinderlied erzählt wird. Unbekannte Wörter werden diskutiert; Barbara erklärt wo nötig.

Schon seit sechs Jahren gibt es das «Deutsch-Lernfoyer», eine Initiative von Freiwilligen, die sich jeden Montag in der Kirchgemeinde Paulus trifft. Jede(r) darf kommen: einmal, ab und zu oder regelmässig. Das Kernteam der Freiwillen bereitet jeweils die Stunden vor, legt ein Thema fest und erstellt einige Lernblätter dazu. Die Teilnehmenden werden in Kleingruppen von jeweils einer oder einem KonversationspartnerIn unterstützt.

Als Lernende teilnehmen können alle, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessern wollen. 

Freiwillige Konversationsparter:innen mit deutscher Muttersprache werden dringend gesucht! Du solltest etwa zweimal im Monat montags von 16 bis 17:15 Uhr Zeit haben und Freude am Plaudern haben. Themen und zu lösende Aufgaben bekommst Du jeweils vor Ort; Grammatik muss nicht unterrichtet werden. 

Egal ob zum Lernen oder Mithelfen: Komm doch mal zum Schnuppern vorbei! Bei Fragen helfen Dir Olivia, Irina, Marietta, Noémie und Barbara gerne weiter: deutsch.lernfoyer@gmail.com
Werbung

#stadtbach

 

«Ein Quartier, das deinen Namen trägt…»*

 

Von einem, der heute unsichtbar im Untergrund der Stadtteil-II-Südgrenze entlangfliesst – aber dennoch namensgebend gewirkt hat.


Text und Grafik: Hans Peter Wermuth
Er entspringt unter einem Weidenbusch auf Neuenegger Boden. Als Eichholzbächlein fliesst er gegen Thörishaus und wird dort nach dem Zusammenfluss mit dem Oberwangenbächlein zum Stadtbach. Seit er im vorletzten Jahrhundert nach und nach zugedeckt wurde, fliesst er fast vergessen von Bümpliz Richtung Altstadt. Südlich des Loryspitals entschwindet er für immer dem Tageslicht. 

Die Stadtbachstrasse entlang der westlichen Bahnhofeinfahrt hält nicht, was ihr Name verspricht: Auf ihrer ganzen Länge ist nirgends auch nur eine Spur von einem Bach zu sehen. Es gibt aber einen Ort, wo der Stadtbach durch einen Schacht zu hören ist; du findest ihn beim blauen Pfeil auf dem Plan. 

Nur in der Kram- und der Gerechtigkeitsgasse ist der Stadtbach teilweise wieder offengelegt. Nach einer rund 8 Kilometer langen Reise mündet sein Wasser bei der Nydeggbrücke in die Aare.

Es brauchte im Spätmittelalter enorme Wassermengen, um die Stadtmühlen zu betreiben. Die Gerber brauchten ebenfalls viel Wasser, um ihre Felle und Tierhäute im Bach zu schwenken. Daher zapften die Stadtberner den Wangentalern das Stadtbachwasser ab. Was erst wie eine win-win-Situation aussah (Trockenlegen des Sumpfes im Quellgebiet), führte später zu Querelen.

Um ihr Wasserrecht  durchzusetzen, erliess die Stadt schon früh die erste gesetzliche Vorschrift: «Wer dem Bach nachts oder tags unrechtes tue, der soll der Stadt 1 Pfund, dem Schultheiss 10 Schillinge und dem Bachmeister 5 Schillingen bezahlen» (heutiger Gegenwert eines Schillings: ca. 7 Euro, 1 Pfund = 20 Schillinge). Einzelne Wangentaler wehrten sich gegen den städtischen Rechtsanspruch. Der Zank zwischen Land und Stadt hatte im 16. Jahrhundert begonnen und dauerte bis ins Jahr 1977 (!).

Stadtbach vor rund 220 Jahren

Der Song zum Titel
Werbung

#statistik

 

Berner Sein und Haben unter der Lupe

 

Der Stadtteil II Länggasse-Felsenau weist in seinen Quartieren bei hoher Lebensqualität unterschiedliche Werte auf.    


Quelle: Medienmitteilung der Stadt Bern / Textredaktion und Bildbearbeitung: Hans Peter Wermuth
Hier wird deutlich, dass eine grosse Fläche unseres Stadtteils bewaldet ist. Die bewohnten Gebiete gelten im innerstädtischen Vergleich mehrheitlich als «begünstigt».
Statistik Stadt Bern legt zum 5. Mal Zahlen und Karten zu den sozialräumlichen Kennzahlen Wohnbevölkerung, Herkunft, Wohnverhältnisse u. a. m. in den sog. Gebräuchlichen Quartieren (GQU) der Stadt Bern vor. Es ist augenscheinlich, dass oftmals ähnliche städtische Regionen bei mehreren Kennzahlen durch besonders hohe, respektive tiefe Werte auffallen. Eine Region mit «weniger begünstigten Quartieren» befindet sich beispielsweise im Stadtteil VI Bümpliz-Oberbottigen im Korridor zwischen dem Bremgarten- und dem Könizbergwald – wobei die dort Wohnenden bei Umfragen regelmässig ein bedeutend positiveres Selbstbild von ihren Quartieren beschreiben als der Rest der Stadt dies von aussen wahrnimmt… Die Quartiere im Stadtteil II Länggasse-Felsenau weisen bei den gleichen Kennzahlen teils gegensätzliche Werte auf (siehe Bild). 

Detailliertere Informationen und Auswertungen sind im Bericht «Monitoring Sozialräumliche Stadtentwicklung 2020» und in ergänzenden Unterlagen enthalten. Diese sind online einsehbar bei Statistik Stadt Bern und auch in Papierform erhältlich.
Werbung

#kindersicht

 

«Fasch aune Lüt gfaut öppis vo hie, und de chöme sie haut hie häre»

 

Die Mittelstrasse bietet eben etwas für alle - so die überzeugende Erklärung eines Jungen, weshalb sie so belebt ist. Im Projekt "Ich sehe was, was du nicht siehst” teilen Kinder ihre Gedanken zum öffentlichen Raum und überlegen sich, wie er gestaltet werden könnte.  
 

Text: Alessa Hool
Riesenrutschbahn, Pool und ein Weg für Skateboards, Trottinette und Velos: Vision für den Vorplatz des Muesmatt-Schulhauses. Bildquelle: kornhausforum.ch
 
Der urbane Raum wird von Erwachsenen konzipiert und gebaut; er ist darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse von Erwachsenen abzudecken. Kinder werden dabei meistens nicht mitgedacht. “Ich sehe was, was du nicht siehst” zeigt die Kindersicht auf den öffentlichen Raum: Kinder von 5 bis 12 Jahren teilen ihre Gedanken zu verschiedenen Orten der Stadt Bern mit uns. Die dabei entstandenen kurzen Audio-Dateien können im Kornhausforum gehört werden, sind aber auch zum Download erhältlich und bieten einen schönen Anlass zum Stadtwandern mit einer anderen Perspektive. 

Die Kinder machen kreative Vorschläge, wie die Orte aufgewertet werden könnten: Phantastische Dinge wie Schlösser und Urwälder werden sich da in die Länggasse gewünscht, Spektakuläres wie Tropenhäuser und Wellenbäder – aber auch einfach, ganz pragmatisch: mehr Bäume und weniger Autos. 
 
«Ich sehe was, was du nicht siehst» entstand im Rahmen des Projekts «Shared Spaces in Change» des Kornhausforums und der Stadt Bern. Im Länggass-Quartier kommentierten die Kinder neben der Mittelstrasse die Aussenbereiche des Muesmattschulhauses und des Lindenhofspitals.
 
Audio-Beiträge «Ich sehe was, was du nicht siehst»
 
Werbung
     Link zum Promotrailer


#ratefuchs
 

Skulptur oder Architektur?

 

Wo hat der Ratefuchs diese Bild geschossen und wer ist der Gestalter dieses Werkes?


Das Ratefuchs-Team
Bild: Kilian Bühlmann


#agenda

Tipps & Termine


Matthäuskirche, ab 21. Januar: «Kirche in Kirchen»
Ausstellung von Atelier Sowieso, Christiane Straub und Marisa Pedretti



Viele weitere Quartierveranstaltungen findest du auf der Quartieragenda
Werbung
ABONNIEREN UND WEITERSAGEN
Hier kannst du den Newsletter abonnieren. Leite diesen Link weiter, um auf die Quartierpost aufmerksam zu machen.

MITMACHEN
Wir sind auf dich und viele andere angewiesen, um diesen Newsletter interessant und nützlich zu halten. Melde dich doch bei uns:
– Ideen an redaktion@quartierpost.ch
– Berichte und Beiträge können über unsere Website geschickt werden, auf der Seite Beitrag einreichen. Beiträge müssen von allgemeinem Interesse für die Quartierbevölkerung sein – für Werbung siehe "Werben".

WERBEN
Mit der Quartierpost erreichst du über 1300 am Quartier interessierte Menschen und hilfst uns, die Produktionskosten zu decken.
werbung@quartierpost.ch

ARCHIV
Hier kannst du alle bisherigen Ausgaben des Newsletters sehen.
Über uns und die QUARTIERPOST
Dieser Newsletter ist gratis, partei- und organisationspolitisch unabhängig, nicht kommerziell ausgerichtet und wird von einer bunt zusammengesetzten Gruppe von Quartierbewohner_innen herausgegeben. Der Newsletter ist kostenlos und ist nicht an eine Mitgliedschaft geknüpft.

Ein Teil der Mitarbeitenden arbeitet auch für das Länggassblatt und die Arena, die beiden Quartierzeitschriften für den Stadtteil 2 (Länggasse und Engehalbinsel). Wir sind offen für viele Ideen und Meinungen.
www.quartierpost.ch
© 2022 Quartierpost, Alle Rechte vorbehalten