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Behavioral Economics News
#Experimentability

Juli 2018

Guten Tag


Überall Gewalt, überall Krieg, überall Krise. Die Welt geht wieder einmal den Bach runter. Oder doch nicht?

Den Zustand der Welt realistisch einzuschätzen, ist für uns Menschen eine Mammutaufgabe, an der wir oft scheitern. Wir neigen dazu, nur unseren eigenen, engen Zeitraum in Betracht zu ziehen – und negative Einzelereignisse stark überzugewichten. Das Herdenverhalten in der medialen Berichterstattung und die Filterblasen in sozialen Medien machen es zusätzlich schwierig, dieser engen Weltsicht zu entkommen.

Die wirksamste Medizin dagegen sind Fakten. Sie liefern uns das Gerüst, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Sie machen uns kritischer. Und sie ermöglichen uns, offen und unaufgeregt durchs Leben gehen und dabei Ansichten zu teilen und Urteile zu fällen, die auf solidem Grund stehen. 

Der 2017 verstorbene schwedische Mediziner Hans Rosling nannte diese Geisteshaltung «Factfulness». Wer sich diese zu eigen macht, wird lernen, dass die Welt zwar durchaus besser sein könnte, aber die Spezies Mensch sich trotzdem in die richtige Richtung entwickelt.

Einen wichtigen Beitrag zur Factfulness leistet übrigens die Digitalisierung: Sie schafft nicht nur ständig neue Daten, sondern ermöglicht uns auch, diese Daten zu verstehen und aufzubereiten. Drei Beispiele dafür finden Sie weiter unten.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche – auf Basis der vorhandenen Fakten ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie auch erfolgreich sein wird.
Gerhard Fehr
CEO & Executive Behavioral Designer 
FehrAdvice & Partners AG, Zürich

P..S.: Wenn Sie eine Frage an mich haben, dann klicken Sie einfach den Button unten. Ich freue mich schon Ihnen zu antworten.

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3 Ressourcen für ein faktenbasiertes Weltbild

Testen und lernen mit Hans Rosling

Hat sich den letzten 20 Jahren der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung nahezu verdoppelt? Kaum verändert? Oder gar halbiert? Die Antworten auf diese und zwölf weitere Fragen des «Gapminder Tests 2018» erscheinen auf den ersten Blick oft sonnenklar und zeigen im Faktencheck dann doch, wie sehr unsere Einschätzungen von der Realität abweichen.

Der Test auf der Website der von Hans Rosling gegründeten Gapminder-Stiftung ist nur eines von vielen Tools, die alle ein Ziel haben: Frei zugängliche öffentliche Statistiken korrekt auswerten und analysieren – und dem mit dem damit gewonnen Wissen eine auf Fakten beruhenden Sicht der Welt ermöglichen.

★★

Geduld und Vertrauen machen reich

Warum sind Schweizer im Durchschnitt fast sechsmal so reich wie Griechen? Die traditionelle Volkswirtschaftslehre würde dies mit dem Einsatz von Arbeit und Kapital, mit Bildung und technologischem Wissen erklären. Doch eine internationale Forschergruppe um den an der Universität Bonn lehrenden Verhaltensökonomen Armin Falk gab sich damit nicht zufrieden und trug ein neues Daten-Set zusammen, für das 80 000 Personen in 76 Ländern befragt wurden.

Bei dessen Analyse zeigt sich deutlich, dass Reichtumsunterschiede auch anders sehr präzise erklärt werden können: mit individuellen Präferenzen, die sich regional sehr stark unterscheiden können. Je stärker Geduld und Vertrauen ausgeprägt sind, desto höher der Wohlstand. Das klingt zu einfach? Überzeugen Sie sich selbst: Die Daten sprechen eine deutliche Sprache und können auf einer eigenen Website erkundet werden.

★★★

Die Welt verändert sich – zum Guten

Der 1983 in Deutschland geborene Ökonom, Geowissenschaftler und Philosoph Max Roser lebt und forscht in Oxford und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Statistiken so zu präsentieren, dass sie jeder versteht und gerne damit herumspielt. Die Früchte seiner Arbeit finden sich gesammelt auf der Website «Our World in Data».

Die Themen, die dort anhand von Daten bearbeitet werden, könnten breiter nicht gestreut sein: Bevölkerungsentwicklung, Ernährung, Gesundheit, Technik, Einkommen, Krieg, Politik, Medien und vieles mehr. Und doch gibt es einen gemeinsamen Nenner: Roser beobachtet langfristig. Das relativiert kurzfristige negative Ereignisse und zeigt, dass Menschen im Jahr 2018 meistens viel weniger Grund zum Jammern haben als sie manchmal denken.

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