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Behavioral Economics News
#Experimentability

September 2018

Guten Tag


Seit dem Aufsatz «How Competitive Forces Shape Strategy» von Michael Porter, der ihn weltweit berühmt machte, gilt das Dogma, dass die Strategie entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens ist. Dieser Belief prägt das Verhalten vieler Manager und ist mittlerweile «conventional wisdom», sprich, man übernimmt es, ohne es zu hinterfragen.

Nur ist er auch richtig?

Wenn man die empirischen Arbeiten von John Van Reenen, Ökonom und Professor am Massachusetts Institute of Technology, liest, ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Natürlich ist die Strategie ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Erfolg, doch John hat herausgefunden, dass vor allem das Management und die operative Umsetzung die Performance-Unterschiede von Unternehmen – und sogar von Ländern – erklären kann. So beträgt zum Beispiel der Unterschied in der Produktivität von Unternehmen zwischen guter und schlechter Management-Praxis rund 90 Prozent.

«Management matters greatly», sagt John. Dieser empirische Befund gilt umso mehr in Zeiten, in denen die Digitalisierung die Umwälzungen in allen Branchen stark beschleunigt. Im Umgang mit neuen Technologien und Disruption ist die Strategie zweitrangig – es braucht gute Managementpraxis. Und ein wichtiger Baustein dafür ist die Experimentierfähigkeit, die es erlaubt, schnell zu scheitern und daraus zu lernen.

John ist auch einer unserer Speaker bei der «Academy of Behavioral Economics 2019» (Unsere Early-Bird-Specials sind übrigens noch bis zum 14. Oktober erhältlich). Ich freue mich schon sehr auf die Insights, die er dort mit uns teilen wird – und nehme das zum Anlass, Ihnen weiter unten drei Erkenntnisse aus seiner umfangreichen und inspirierenden Arbeit vorzustellen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche.

Gerhard Fehr
CEO & Executive Behavioral Designer 
FehrAdvice & Partners AG, Zürich

P.S.: Wenn Sie eine Frage an mich haben, dann klicken Sie einfach den Button unten. Ich freue mich schon Ihnen zu antworten.

IHRE FRAGE AN MICH
3 Insights zur Bedeutung von Management nach John Van Reenen

Gutes Management ist der beste Prediktor für den Erfolg eines Unternehmens

In Zeiten intelligenter selbstlernender Technologien und immer kürzerer Innovationszyklen lautet eine berechtigte Frage: Welchen Impact hat das Management eigentlich noch auf den Erfolg von Unternehmen? John Van Reenens Antwort ist deutlich: «Management matters greatly.» Er begründet dies etwa mit den systematisch ausgewerteten Daten von rund 35'000 US-amerikanischen Unternehmen. 

Die Unternehmen wiesen viele Unterschiede auf und nutzten alle einen Mix von Massnahmen, um ihre Leistungen signifikant zu verbessern – von Investitionen in neue Software bis hin zur Entwicklung neuer, innovativer Produkte. Doch im Vergleich zu allen anderen Faktoren erwies sich eine Massnahme als signifikantester (und auch kostengünstigster) Treiber für unternehmerischen Erfolg: die Investition in evidenzbasiertes Management.

Nicholas Bloom, Raffaella Sadun, and John Van Reenen: The Radical Beauty of Three Simple Management Practices

★★

Gutes Management bringt gute Mitarbeiter

Für eine Kultur der stetigen Innovation braucht es engagierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geringe berufliche Fertigkeiten und Defizite bei den Grundkompetenzen behindern erheblich alle Verbesserungen, die von der Unternehmensführung angestossen werden. 

Jüngste Untersuchungen von John Van Reenen in Deutschland deuten darauf hin, dass ein Grossteil der unternehmensübergreifenden Variation der gemessenen Produktivität auf Unterschiede bei der Nutzung evidenzbasierter Managementpraktiken zurückzuführen ist – dazu zählen Benchmarking, Monitoring von Zielen und das kluge Design von Anreizen. 

Betrachtet man die Zu- und Abgänge von Mitarbeitern, so zeigt sich, dass besser geführte Unternehmen systematisch Mitarbeiter mit höherem durchschnittlichen Humankapital einstellen und auch halten. Die Personalauswahl in Kombination mit dem Design von Incentives macht insgesamt rund 30 Prozent der gemessenen Auswirkungen von Managementpraktiken auf die Produktivität aus.
 
Stefan Bender, Nicholas Bloom, David Card, John Van Reenen, Stefanie Wolter: Management Practices, Workforce Selection, and Productivity

★★★

Familie ist gut – Management ist besser

Und wie ist es bei Familienunternehmen, die gerne zu Felsen in der Brandung der Globalisierung und Digitalisierung verklärt werden? Hier empfiehlt John Van Reenen einen klaren Blick auf die Fakten: Ob sich eine Firma in Familienbesitz befindet, sei mehr oder weniger unerheblich für die Qualität des Managements und die Profitabilität des Unternehmens.

Wenn die Eigentümerfamilie selbst auch das Management des Unternehmens übernimmt, zeigt sich sogar ein eindeutiger negativer Effekt. Besonders ausgeprägt ist dieser in Unternehmen, die bei der Nachfolge-Regelung ganz bewusst den erstgeborenen Sohn installiert haben. «Diese Unternehmen», so John Van Reenen und Nick Bloom, «werden signifikant schlechter geführt
 
Nick Bloom, John Van Reenen: Measuring and Explaining Management Practices across firms and nations

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