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Behavioral Economics News
#Experimentability

Juni 2018

Guten Tag

Mit wem tauschen Sie sich lieber aus? Mit einem automatisierten Chatbot – oder mit einem Menschen? Die Antwort wird mit grosser Wahrscheinlichkeit lauten: mit einem Menschen. 

Mit diesem Bedürfnis sind Sie nicht alleine, wie viele Experimente zum menschlichen Verhalten in der digitalisierten Welt zeigen: Automatisierung ist zwar ein essenzieller Bestandteil der Digitalisierung – doch eine von Gegenseitigkeit und Wertschätzung getragene Beziehung lässt sich damit nicht unbedingt am Leben erhalten.

Darum habe ich mich dazu entschlossen, Sie ab sofort nicht mehr mit automatisch aggregierten Behavioral Insights aus den sozialen Medien zu versorgen, sondern mit einem persönlich zusammen gestellten Email-Magazin. Darin werde ich regelmässig die wichtigsten drei Dinge mit Ihnen teilen, die uns und die Kunden von FehrAdvice in den letzten Wochen auf dem Weg in die #Experimentability ein bisschen klüger gemacht haben.

Sie finden Sie weiter unten.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag und eine erfolgreiche Woche!

Gerhard Fehr
CEO & Executive Behavioral Designer 
FehrAdvice & Partners AG, Zürich

P.S.: Am nächsten Dienstag, 5. Juni 2018, diskutiere ich mit dem Verhaltensökonomen Martin Kocher in Wien beim Vienna Behavioral Economics Network zum Thema «Sucht, Verlangen & Freiheit». Ich freue mich schon darauf. Wer mitdiskutieren möchte: Hier können Sie sich kostenlos für den Event anmelden.

P.P.S.: Wenn Sie eine Frage an mich haben, dann klicken Sie einfach den Button unten. Ich freue mich schon Ihnen zu antworten.

IHRE FRAGE AN MICH
3 Dinge, die wir in den vergangenen Wochen gelernt haben

1. Faire Löhne zahlen sich aus

In der Harvard Business Review wurde ein Paper von Ethan Rouen (Harvard Business School) vorgestellt: Die Arbeit «Rethinking Measurement of Pay Disparity and its Relation to Firm Performance» ist vor allem in der Klarheit ihres Ergebnisses bemerkenswert. Im Grunde, so das Fazit, stösst sich niemand am deutlichen Lohngefälle zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, wenn die Gründe dafür transparent und nachvollziehbar sind. Wenn dieses Lohngefälle zwischen einem CEO und einem durchschnittlichen Angestellten allerdings als unfair empfunden wird, führt das zu mehr als nur zu Unzufriedenheit: Die Leistung des Unternehmens kann sich verschlechtern

Die gute Nachricht: Es funktioniert auch andersrum. Wer seine Mitarbeiter fair bezahlt, darf mit steigender Performance rechnen. Es zahlt sich also aus, die Fairness-Normen nicht zu verletzen.

2. Good news für McKinsey

Im Blog von McKinsey wurde ein Behavioral Change-Ansatz («6 elements to create a high-performing culture») vorgestellt, der vor allem aus einem Grund bemerkenswert ist: Er basiert zu grossen Teilen auf jenen evidenzbasierten Erkenntnissen der Verhaltensökonomie, die auch wir bei FehrAdvice schon seit vielen Jahren einsetzen. Das ist eine gute Nachricht – insbesondere für McKinsey.

3. Identität ist das Schmiermittel für Digitalisierung

Zum Abschluss noch ein Learning mit Ausblick: Wir haben vor Kurzem in der Schweiz eine experimentelle Studie zur Identität von Unternehmen in analogen und digitalen Märkten durchgeführt. Dabei wollten wir untersuchen, ob unsere Hypothese zutriffft, dass es in der digitalen Welt schwieriger ist eine Kundenidentität aufzubauen – und dass diese oft niedriger ausfällt als bei analogen Marken. Das hat sich bestätigt.

Doch nicht nur das: Es zeigt sich auch, dass Unternehmen, die bereits eine stark ausgeprägte Kundenidentität haben, in der Digitalisierung deutlich erfolgreicher sind.

Die vollständigen Studienergebnisse werden am 19. Juni veröffentlicht. Wenn Sie mehr zur Publikation erfahren möchten, bleiben Sie einfach Leserin oder Leser dieser Behavioral Economics News. Wir werden die Details der Studie nach der Veröffentlichung hier vorstellen.

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