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Erster

Kölner
Wirtschaftskommentar


- Gastkommentar von
Prof. Dr. Roman Suthold -
 

Liebe Leserinnen und Leser des Kölner Wirtschaftskommentars, 
 

die Debatten rund um SUVs im Straßenverkehr werden zunehmend hitziger. Nicht immer geht es dabei sachlich zu. Emotionen überlagern Fakten. SUV-Fahrer fühlen sich als „Buhmänner“ gebrandmarkt. Andere Verkehrsteilnehmer entladen ihren Frust bei den vermeintlichen Schuldigen für die Überschreitung von Schadstoffgrenzwerten und knappen Parkraum. Was steckt hinter den Behauptungen, dass der SUV ein Klimakiller und eine Gefahr für den Straßenverkehr ist?
 
Die erste Schwierigkeit ergibt sich aus der unklaren Typdefinition. In der öffentlichen Diskussion wird von „den SUVs“ gesprochen – gemeint sind damit meist die großen Oberklassemodelle, die vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) eher dem Segment „Geländewagen“ zugeordnet werden. Fakt ist: SUVs und Geländewagen erfreuen sich größter Beliebtheit. Das KBA meldet für 2019 gegenüber 2018 einen Bestandszuwachs von 19,9 Prozent bei den SUVs und 8,6 Prozent bei den Geländewagen. In Köln sind 18 Prozent aller Neuzulassungen SUVs – das ist bundesweiter Spitzenwert unter den Metropolstädten.
 
Grund für diese Beliebtheit ist das höhere subjektive Sicherheitsempfinden, die erhöhte Sitzposition und der bequemere Einstieg. Auch der größere Laderaum wird oft aufgeführt. Im Vergleich zu einem Kombi lassen sich jedoch keine Vorteile identifizieren. Weiterhin wird gerne argumentiert, dass SUVs als Zugfahrzeuge besonders geeignet sind. Es stimmt, dass SUVs z.B. Wohnanhänger ziehen können, allerdings gibt es je Fahrzeug Unterschiede bei den Anhängelasten.

 

Klar ist, dass große Fahrzeuge mehr Platz brauchen. Seien wir ehrlich: Mächtige SUVs und Geländewagen sind kein geeignetes Stadtauto. Gerade in den engen Innenstädten und aufgrund der vielerorts angespannten Parkraumsituation ist ein Verzicht sinnvoll. Die Nutzung des ÖPNV, des Fahrrads oder das zu Fuß gehen bei besonders kurzen Strecken senkt zudem die Schadstoffbelastung und schont die Umwelt. SUVs, das zeigt ein aktueller ADAC Fahrzeugtest, verbrauchen im Vergleich zu ihren „normalen“ Pendants - oftmals entgegen der Herstellerangaben - mehr Kraftstoff (mehr Masse, schlechtere Aerodynamik).
 
Eine Pauschalisierung von „den SUV“ ist aber dennoch nicht zielführend. Nicht immer liegen SUVs z.B. beim Ecotest und Fußgängerschutz hinten. Für letzteren sind die Gestaltung der Fahrzeugfront, die verwendeten Materialen und der Aufprallwinkel entscheidend. Bei einem Zusammenstoß von Auto und Fußgänger spielt der Masseunterschied zwischen Fahrzeug und Mensch zwar eine Rolle. Die Gewichtsdifferenz ist aber unabhängig vom Fahrzeugtyp immer enorm. Entscheidender ist daher unabhängig von der Fahrzeugklasse die Aufprallgeschwindigkeit. Sie fließt im Quadrat in die Bewegungsenergie ein, die Masse hingegen „nur“ mit der Hälfte ihres Wertes.
 
Unfallvermeidung lässt sich also nicht mit dem Verbot von SUVs lösen. Maßgeblich für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ist vielmehr das verantwortungsvolle Führen von Kraftfahrzeugen - insbesondere für die Faktoren angepasste Geschwindigkeit, Alkohol und Ablenkung. 
 
Grundsätzlich gilt: Jeder sollte vor dem Fahrzeugkauf die eigene Fahrsituation analysieren und gut überlegen, ob es wirklich ein SUV sein muss.

Prof. Dr. Roman Suthold

Leiter Verkehr und Umwelt, ADAC Nordrhein
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