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Das eskalierte und exklusive Interview


Die Eisdielen in Buchloe haben wegen des guten Wetters schon geöffnet.

Da ich weiß, dass Heinrich, der Protagonist der Novelle Titanenblut, bestechlich ist, habe ich ihn auf ein Eis und Interview eingeladen. Ich musste einfach erfahren, wie es ihm jetzt geht, nachdem Iaculatorium fertig geschrieben und veröffentlicht ist.

Exklusiv in diesem Newsletter erfährst du seine Gedanken nach der Veröffentlichung des Romans.
 
Patrick: “Hallo Heinrich, wie geht’s dir, jetzt nachdem das Buch über dich veröffentlicht wurde?”
Heinrich: “Geht so…”  
Heinrich schlabbert an seinem Eis und dreht sich demonstrativ weg.
Patrick: “Was ist denn los?”
Heinrich: “Nichts”
Betretenes Schweigen. Beide lecken an ihrem Eis und schauen verlegen in der Gegend rum.
Patrick: “Ähm, du hast dem Interview zugesagt.”
Heinrich: “Wie ich es bereue.”
Patrick: “Dem Interview zugesagt zu haben?”
Heinrich: “Nein, das Buch!”
Patrick: “Würdest du das näher ausführen?”
Heinrich: “Man stellt mich als Nerd hin! Die Rezensionen sind da eindeutig. Ich bin kein Nerd!”
Heinrich beißt wütend in die Waffel und kaut mit vollem Mund.
Patrick: “Was dann?”
Heinrich: “Ein strahlender Held. Nein, ein in Titanenblut badender Kriegerpreister!”
Heinrich leckt seinen kleinen rosa Plastiklöffel vorsichtig ab, hält ihn in die Sonne und beschaut ihn sich verträumt.
Patrick: “Verstehe. Das klingt großartig.”
Heinrich: “Und das Ronny so einen Auftritt bekommt… super Job vom Autor.”
Patrick: “Finde ich auch.”
Heinrich: “Es ist Beschiss. Ich bin der mit dem Zweihänder auf dem Cover!”
Er schlägt mit voller Wucht auf den klapprigen Gartentisch. Sein Kaffee schwappt über. Er versucht die Flut mit Servietten zu bekämpfen.
Patrick: “Den Zweihänder nimmt dir doch auch keiner weg.”
Heinrich: “Richtig, er wird ja nur zerstört und von irgendwelchen Winzlingen wieder zusammengesetzt.”
Patrick: “Du klingst ein wenig sauer.”
Heinrich: “Bin ich nicht. Bin stinksauer. Ronny bekommt viel zu viel Raum im Buch. So viel hat er nun auch wieder nicht beigetragen.”
Heinrich verschränkt die Arme vor der Brust und lehnt sich im Plastikstuhl zurück. Der Stuhl wackelt gefährlich. Heinrich lehnt sich erschrocken wieder nach vorn.
Patrick: “Wie ist er denn im Privaten?”
Heinrich: "Wer jetzt?"
Patrick: "Ronny oder Ritter Ronald."
Heinrich: "Hast du jetzt nicht zu viel verraten?"
Patrick entdeckt gerade etwas unglaublich Wichtiges auf dem Fußboden und schweigt. Heinrichs Mundwinkel wandert nach oben.
Heinrich: “Wie eine überlaufende Biomülltonne im Sommer. Und dann streikt die Müllabfuhr.”
Patrick: “Das klingt ja nach einer harmonischen Zusammenarbeit. Wie empfindest du denn das Finale?”
Heinrich: “Sagen wir mal so: Ich komme nicht besonders gut dabei weg.”
Patrick: “Was wünscht du dir von den Lesern?”
Heinrich: “Ich schlage #nichtlesen vor! Rührt es nicht an. Ich stehe einfach in keinem guten Licht da.”
Patrick: “Ist das nicht etwas übertrieben?”
Heinrich: “Nicht halb so übertrieben, wie die Verspätungen der Bahn.”
Patrick: “Unser Eis ist leider schon alle. Also, irgendwelche letzten Worte?”
Heinrich: “Sag dem Autor, der soll ja nicht weitermachen. Mein Ruf ist im Eimer. Tschüss!”
Heinrich schiebt den Plastikstuhl zurück. Dieser fällt um.
Patrick: “Moment bitte, eine Frage noch: Gibt es auch was Gutes über das Buch zu berichten?”
Heinrich: “Wenig, aber unter Folter würde ich sagen: die Sache mit den Bitcoins.”
Heinrich stellt seinen Stuhl wieder auf und zieht sich seine Jacke an.
Patrick: “Bitcoins?”
Heinrich: “Ja schrecklich, aber egal. Bald bin ich reich!”
Heinrich geht; Patrick bleibt auf der Rechnung sitzen.
Hier bekommst du Titanenblut
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