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Newsletter Nr. 30 | Dezember 2022
Ein systemischeres Neues Jahr
Liebe Freunde und Freundinnen des Istituto, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte 

Es geht ein altes Jahr mit schweren und leichten Veränderungen zu Ende und das neue Jahr beginnt. Zum Einstieg haben wir drei Dinge, die fast alle vom Namen her kennen und jetzt – so glauben wir – zu existenziellen Fähigkeiten geworden sind:
  1. Systemisches Denken praktizieren
  2. Toxische Konflikte erkennen 
  3. Lösungsfokussierte Mediation anwenden 
Zuerst danken wir allen, die uns im vergangenen Jahr ihr Vertrauen geschenkt und mit uns gearbeitet haben. Sie alle haben ermöglicht, dass wir für unsere Kund:innen und für uns weiterforschen, weiterlernen und weiterentwickeln konnten. 

Dann gibt es zum Jahreswechsel eine Geschichte. Unser lieber Freund Peter Szabó hat uns kürzlich an Dornröschen erinnert. Viele meinen, Dornröschen sei erwacht, weil ein Prinz sie wachgeküsst hätte. Das ist aber ein Irrtum. Im Grimm’schen Märchen wacht Dornröschen auf, weil genau in dem Moment, als der Prinz ihre Lippen berührt, die 100 Jahre Schlaf des Fluchs enden, mit dem sie belegt war. Nur, der Prinz wusste das nicht und meinte, Dornröschen sei wegen ihm und seiner besonders ausgefeilten Kusstechnik erwacht. 

Heute meinen viele, die richtige Person und die richtige Technik könnten die anstehenden Probleme lösen. Wir bezweifeln das und mögen es systemischer. Wir empfehlen, jederzeit und überall bereit zu sein für die Auflösung eines Fluches: Achte auf Zeichen, die darauf hindeuten, dass es jetzt gerade geschieht. Nicht dass wir es verpassen und Dornröschen den Weg aus dem Dickicht vielleicht nicht findet. 

Der Beginn des Neuen Jahres ist ein besonders geeigneter Moment, auf Zeichen und Wunder zu achten und sie ohne Grössenwahn und in Demut und Bescheidenheit zu verstärken. 

Wir wünschen euch alles Gute für das Neue Jahr.  

Herzliche Grüsse

Marco Ronzani, Franziska von Blarer, Oliver Schürmann und Ben Hughes
1. Systemisches Denken praktizieren 
 
Eine neue Welt braucht eine neue Landkarte. Für eine volatile, unsichere, komplexe und mehrdeutige Welt ist systemisches Denken die passendere Landkarte als das linear-kausale Denken. Was mit systemischem Denken gemeint ist, lässt sich nur schwer erklären und nicht verstehen, wenn man es nicht schon kennt. Denn wie bei allen neuen Paradigmen gilt auch hier, dass das neue Paradigma aus der Perspektive des alten Paradigmas nicht erfassbar ist. Daher haben wir uns am Istituto ganz darauf verlegt, systemisches Denken über Erleben aus verschiedenen Perspektiven zu lernen und zu verstehen. In unserem Seminar „Besser aufgestellt im Alltag“ und unserer Ausbildung „Systemisches Denken und systemische Strukturaufstellungen“ bieten wir die Möglichkeit, es praktisch zu erleben und quasi von innen zu lernen systemisch wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Wir nutzen systemische Strukturaufstellungen als Instrument, um die Fähigkeiten zu lernen, in komplexen, prinzipiell nicht durchschaubaren und in ihrem Verhalten nicht vorhersehbaren Systemen dennoch zu gestalten, zu steuern und zu intervenieren. Und als Nebeneffekt lernt man die Methoden und Techniken der systemischen Strukturaufstellungen im Alltag zu nutzen, sei es in der Beratung, der Führung oder ganz allgemein in sozialen Beziehungen. So lernt man systemisches Denken zu praktizieren. 
In der Ausbildung Jahrgang 2023 hat es noch freie Plätze. Sie beginnt am 19. Januar. Also beeile dich, wenn du die Gelegenheit noch nutzen möchtest. Die Teilnahme setzt keine Kenntnisse in Systemtheorie, systemischer Beratung oder Erfahrung in systemischen Strukturaufstellungen voraus. Offenheit für Neues und Neugierde genügt. 
Als Einführung und um zu schnuppern gibt es das 2-tägige Seminar. 
2. Toxische Konflikte erkennen
Dass es wichtig ist, toxische Konflikte zu erkennen, muss man heute niemandem mehr erklären. Ein toxischer Grosskonflikt ist vor unserer Haustüre im Gang. Die Bezeichnung toxischer Konflikt ist eine Metapher aus der Heilkunst, die unser Referent, der Neurologe, Psychotherapeut und ehemalige Leiter einer psychosomatischen Klinik, Dr. med. Godehard Stadtmüller unseres Wissens als erster vor Jahren schon verwendet hat. Die Metapher soll verdeutlichen, dass es um Konflikte geht, die schwer erkennbar sind, überraschend steil ansteigen und das Potential haben, ein soziales System zu vergiften allenfalls bis zur Zerstörung. Solche Konflikte zu verstehen und die Zeichen ihrer Existenz und Entwicklung zu erkennen, ist Voraussetzung, um ihre zerstörerische Dynamik ab- und konstruktiv umzuwenden. Als Institut, das sich der Lösungsfokussierung verschrieben hat, interessieren wir uns besonders für die Möglichkeiten der günstigen Einflussnahme. Dafür und vor allem für die Prävention ist es nützlich, die kaum erkennbaren tiefer liegenden Konflikte, die zur Toxizität führen können, zu kennen und sich ihrer bewusst zu sein. 

Aus aktuellem Anlass führen wir das Seminar nach einer Pause wieder durch. Bitte melde dich zügig an. Die Platzzahl ist beschränkt.
 
3. Lösungsfokussierte Mediation anwenden
Wir sind der Meinung, dass Mediation eine soziale Fähigkeit ist, die einfach und rasch und möglichst jeder und jedem zur Verfügung stehen sollte. Die Eintritts-Schwelle für herkömmliche Mediation ist oft zu hoch und die dabei eingesetzten Prozesse für viele zu anspruchsvoll und zu langwierig. Die lösungsfokussierte Mediation ist ein einfaches – und relativ einfach lernbares – Instrumentarium, um bei Konflikten schnell günstig einzuwirken. Ihr Ziel ist es, positive Beziehungen – die meist zuvor bestanden hatten – wieder zu etablieren und die vorhandenen – und meistens hinreichenden – Fähigkeiten der Beteiligten zur Lösungsfindung wieder zu aktivieren. Ein erfahrener, schon älterer Mediations-Profi hat uns gesagt, dass es nie zu spät sei, auch diese Form der Mediation als Ergänzung und Erweiterung des Repertoires zu lernen. Und wir ergänzen, dass es auch nie zu früh ist, lösungsfokussierte Mediation zu lernen; bei genauem Hinschauen erkennt man, dass Kinder es oft spontan können.

Die Weiterbildung dauert sechs Tage in drei Modulen zu je zwei Tagen. Die nächste Möglichkeit beginnt am 7. Februar 2023. Wer dabei sein will, sollte sich jetzt anmelden.
 
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