Copy
View this email in your browser szmtag

 

Hallo <<Vorname>> <<Nachname>>,

ich war gerade in Berlin für ein Konzert. War sehr schön. Und wie ich da so vor mich hinging, sah ich auf einer Brücke einen Mann sitzen. „Alltagspoet“ stand auf dem Pappschild zu seinen Füßen, die Gebrauchsanweisung lieferte er gleich mit: Man solle ihm einen Begriff nennen, er werde dann ein Gedicht verfassen, in dem das Wort vorkommt, es nach wenigen Minuten vortragen – und mitnehmen könne man das Stückcken Poesie obendrein. Hatte ich leider keine Zeit für, ich musste zum Zug.

Heute früh habe ich wieder an den Mann gedacht. Da überlegte ich, über was ich hier wohl schreiben wollen würde. Musik kam mir in den Sinn. Weil ich mich leicht amüsiert drüber wunderte, was Fans (aka: ich) bereit sind, dafür zu tun – sparen, Züge buchen, eine Übernachtungsmöglichkeit suchen, kurz: an andere Orte reisen. Für zwei Stunden Livemusik oder – noch ein bisschen extremer – den Besuch eines Festivals, bei dem man dann friert oder schwitzt und sich wahlweise Schlamm oder Staub unter den Nägeln hervorpult.

Nur noch ein paar Tage, dann geht die Saison 2022 ja auch schon los: Elbjazz (3./4.6.), Hurricane (17.-19.6.), Deichbrand (21.-27.7.), Wacken (4.-6.8.), Dockville (19.-21.8.) und und und. Und überall werden Fans sein, die Sparpläne befolgt und Strapazen auf sich genommen haben, um im dümmsten Fall knietief im Matsch zu stecken.

Dazu fiel mir heute Morgen direkt ein Reim ein: Steht die Zeit auf Festival, macht das Wetter, was es wüll. Wäll. Wöll.

Ähm.
Vielleicht hätte ich doch besser beim Alltagspoeten haltmachen sollen.

Na ja. Und weil ich noch immer ganz beseelt bin von meinem Konzert-Ausflug, folgt hier jetzt einfach noch mehr Musik. Viel Spaß beim Lesen!


Deine
Nadine Rinke


 schön gesagt 

„Grundsätzlich verdient man als Veranstalter zuallerletzt – nachdem Künstler:innen, Clubs, Gema, Werbung etc. bezahlt sind. So tragen wir natürlich in erster Linie auch das finanzielle Risiko. Soll heißen: Wir verdienen erst Geld, wenn ein Konzert Richtung ausverkauft steuert und nicht ab der ersten Karte. Wenn auf einmal nur noch die Hälfte der Leute kommt, ist das natürlich ein großes Problem für uns. Vor allem, da natürlich gleichzeitig die Preise massiv gestiegen sind. Darüber will ich mich grundsätzlich nicht beklagen: Wenn die Pandemie etwas Positives mit sich gebracht hat, dann die Erkenntnis, dass die Branche grundsätzlich besser bezahlen muss – vor allem die Freiberufler:innen.“
 
– Hannes Notzke. Meine Kollegin Frederike Arns hat mit dem Hamburger Konzertveranstalter (KD Palme) über Publikumsschwund und die Crux mit den Wirtschaftshilfen gesprochen. Das Interview gibt's Samstag auch in der MOPO. 

Fotocredit: Lisa Notzke

 Die gute 
 Nachricht 

Die schönste aller Ligen feiert!

Dieser Tage nehmen viele Hamburger das Wort „Liga“ ja nur mit einer gewissen Vorsicht in den Mund. Bundesliga?, nee, doch zweite Liga – ach, ach, alles nicht so einfach. Drum hier jetzt schnell zur Traumabewältigung: die Liga der gewöhnlichen Gentlemen! Die Hamburger Band – grob gesagt der Nachfolger der llegendären Superpunk – feiert dieses Jahr zehnten Geburtstag. Und zwar so richtig! Am 1. Juli kommt die Werkschau „Alleine auf Parties – 18 gewöhnliche Hits“ bei Tapete-Records raus. Schon am 11. Juni gibt die Gentlemen-Liga ein Konzert im Golden-Pudel-Club (nur Abendkasse), und weil da der Platz sicherlich schnell knapp wird, folgt am 1. Juli das Release-Konzert im St. Pauli-Theater (hier gibt's Karten). Gute Liga-News, oder?

 Das Album 
 der Woche 

Auf der faulen Haut hat Liam Gallagher also nicht gelegen in den vergangenen zweieinhalb Jahren: Morgen bringt er gleich zwei neue Alben auf den Markt. Neben der Studioplatte „C'Mon You Know“ auch das Livealbum „Down By The River Thames“. Und einen neuen Plan, wie er seinen verhassten Bruder Noel weiter ärgern kann, hat er obendrein ausgeheckt. 

Das Themse-Album entstand im Lockdown-Winter 2020. Da schipperte er musizierend auf einem Frachtkahn über den Fluss und nahm das Live-Konzert mit Oasis-Songs wie „Supersonic“ und „Cigarettes & Alcohol“ sowie Solo-Titeln wie „Wall Of Glass“ und „Once“ auf. „Als wir in der Langweile und Depression des Lockdowns feststeckten, hat uns der Rock'n'Roll einmal mehr gerettet“, sagt Liam. Und daraus entstand noch mehr: „C'Mon You Know“, das dritte Studioalbum des 49-Jährigen. Der Titeltrack sei ein Partysong, sagt er, „Better Days“ nennt er den „Sound des Sommers“. Live zu hören gibt's beides am ersten Juni-Wochenende im Knebworth-Park bei London. Da will Liam Musikgeschichte wiederholen: Die beiden Konzerte, die er im Sommer 1996 mit Oasis (und Noel!) spielte, sind heute nicht nur für Fans legendär. Diesmal soll's noch legendärer werden – und Noel darf nicht mitmachen, klar.

Fotocredit: Warner


 DER MOPOP-TIpp 

Sebastian Schnoy und Europa – das ist aufrichtige Liebe. Auch das neueste Programm des Hamburger Historikers und Humormeisters ist wieder „eine Liebeserklärung an einen unterschätzten Kontinent“, sagt er. „Europa war nie das Problem, sondern immer die Lösung. Die mythische Europa ritt schön und furchtlos auf einem Stier über den Kontinent. Doch die letzten 16 Jahre lag sie in einem Dornröschenschlaf, aus dem sie erschreckt erwachte als Putin die Ukraine angreifen ließ.“ Europas freier Teil ist bis heute Sehnsuchtsort für Vertriebene aus vielen Ländern – und der Kabarettist fragt sich ob dieser Tatsache, warum wir, die wir hier leben, das nicht auch so sehen können. Die Antworten gibt er in „Die vereinigten Träume von Europa“ gleich selbst. Premiere ist heute Abend in Alma Hoppes Lustspielhaus, morgen gibt's noch eine Aufführung. Wem das zu kurzfristig ist: In den kommenden Wochen ist Schnoy auch immer mal wieder in Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu sehen. Hier gibt's alle Termine.

Fotocredit: Franca Wrage

 


 Der ist heiß! 

Der Berliner Brezel Göring war zusammen mit seiner Frau, der fantastischen Françoise Cactus, das nicht minder fantastische Trash-Pop-Punk-Chanson-Duo Stereo Total. Cactus starb 2021 mit nur 56 Jahren. Brezel Göring hat sich danach ein halbes Jahr auf einem einsamen Schloss in Frankreich eingeschlossen und „Psychoanalyse“ betrieben. So – beziehungsweise genauer: „Psychoanalyse (Volume 2)“ – heißt sein erstes Soloalbum, das am 3. Juni erscheint. Darauf: schwere, seltsame, lustige und traurige Songs über Verlust, Drogen, Sex und einen alten Opel. Unter anderem. Am 4. Juli spielt er die Lieder live im Molotow, das Ticket kostet 12 Euro im Vorverkauf.

Fotocredit: Tina Linster
Gefällt Dir unser MOPOP-Newsletter? Leite ihn gerne an Freund:innen, Familie und Kolleg:innen weiter – wir würden uns freuen! Hast Du ihn selbst weitergeleitet bekommen? Dann ganz einfach hier abonnieren
Instagram
Website
Email


Copyright © 2022 Morgenpost Verlag GmbH, All rights reserved.

Sie haben sich auf mopop.de für diesen Newsletter angemeldet.

Impressum | Datenschutz

Um den Newsletter abzubestellen, klicken Sie bitte hier.