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Hallo <<Vorname>> <<Nachname>>,

ich bin eine sentimentale Else. Schon beim Textschreiben hier muss ich mich ziemlich zusammenreißen. Spätestens jetzt mittags, wenn dieser Newsletter verschickt wird, sind alle Schleusen bei mir offen, garantiert. Denn ich bin in diesem Moment schon am Niederrhein angekommen, im Kuhkaff (echt!) Haldern.

Zum 39. Mal findet dort das „Haldern Pop Festival” statt, seit 1999 bin ich dabei. Und ich weiß heute schon: Wenn ich da so auf der Landstraße rumjuckele und den Kirchturm in der Ferne sehe, werde ich feuchte Augen bekommen. Mindestens. Wegen eines Festivals auf ’nem Reitplatz mit einem Campinggelände auf der Kuhweide – und 7000 Musik-Fans. Wenn es denn überhaupt so viele Menschen werden. Denn auch das Halderner Festival hat dieses Jahr zu kämpfen. Früher wurde oft schon kurz vor Weihnachten ausverkauft vermeldet, 2022 wartet man darauf vergebens – trotz eines brillanten Line-ups. Um nicht komplett im Minus zu landen, hat sich das Festival-Team erstmals dazu entschieden, Tagestickets zu verkaufen. Und es ist mit seiner Not nicht allein.

Während Giganto-Veranstaltungen wie das „Wacken Open Air” schon jetzt „Ausverkauft!” hinter die 2023er-Ausgabe schreiben können, fehlen bei den kleinen, feinen Festivals die Fans. „Jamel rockt den Förster” ist noch so ein Beispiel. Das Anti-Nazi-Open-Air in Nordwestmecklenburg feiert morgen und übermorgen 15. Geburtstag. Das Dörfchen Jamel ist Neonazi-Hochburg, und die Organisatoren Horst und Birgit Lohmeyer halten tapfer dagegen – Höhepunkt des Widerstands ist jedes Jahr das Festival. Birgit Lohmeyer hat sich darüber mit meiner Kollegin Rike Arns unterhalten – das Interview gibt’s Samstag in der MOPO und davor schon auf MOPOP.de.

3500 Menschen könnten dabei sein, aber auch hier verlief der Vorverkauf schleppend. Welche Bands kommen, ist geheim, aber vielleicht hilft es, sich anzusehen, wer auf Facebook & Co. alles für das Festival getrommelt hat? Nur große Namen! Wer kann, sollte sich also ein Ticket kaufen (gibt es bis heute Abend 18 Uhr unter forstrock.de – die Anreise ohne Ticket ist sinnlos, man kommt dann gar nicht aufs Gelände). Um gegen Rechtsextremismus aufzustehen. Aber auch, um das Festival am Leben zu halten.

Nicht, dass sonst am Ende dicke Tränen geweint werden müssen, weil die kleinen Open-Airs für immer von der Karte verschwunden sind.


Deine
Nadine Rinke
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 Die gute Nachricht 

Noch mehr Open-Airs: Richtig was los am Fernsehturm!


Am Sonntag (14.8.) steigt nicht nur das große karitative Open-Air am Fernsehturm „1 Jahr Kabul Luftbrücke“ mit Madsen, Montreal & Co. (siehe auch „Schön gesagt“) auf der Fläche der Hamburger Messe (Eingang West). Das „45 Hertz“-Festival veranstaltet dort im Karoviertel auch noch weitere coole Dinger mit anderen Partner:innen. Morgen (12.8.) findet dort das „gutistgut.“-Festival von Rapper Das Bo (ein kleines MOPOP-Interview mit ihm gibt es hier!) statt. Am Samstag (13.8.) geht auch noch das „Dopamin“-Open-Air über die Bühne. Mehr Infos zur kompletten Veranstaltungsreihe gibt es hier!

 schön gesagt 

„Die Bilder vom Einmarsch der Taliban in Kabul vor einem Jahr fanden wir alle sehr erschütternd und ich denke, viele haben die Situation damals mit Sorge beobachtet oder haben geholfen und sich engagiert. Jetzt – also ein Jahr später – sind die Probleme immer noch da und wir können zwei Dinge tun: Zum einen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass das Thema nicht vergessen wird und natürlich Spenden sammeln.“

– Sebastian Madsen, der Madsen-Sänger, zum Open-Air am Fernsehturm „1 Jahr Kabul Luftbrücke“, das dort kommenden Sonntag über die Bühne geht. Seine Band ist natürlich auch Teil des Line-ups. Weitere Infos hier!

Foto: Joris Felix

 Das Album der Woche 

Zehn Jahre nach seiner viel beachteten „Wiedergeburt“ bringt Reggae-Legende Jimmy Cliff ein Nachfolgealbum bei Universal heraus. Der Titelsong „Refugees“ ist eine Zusammenarbeit mit Wyclef Jean.
Der Name des neuen Albums von Jimmy Cliff und die erste Single daraus könnten eine polemische, politische Platte erwarten lassen: „Refugees“.  Zu den Songtiteln gehören außerdem „Racism“ und „We Want Justice“. Viel sanftmütiger als nun bei Cliff könnten diese Themen allerdings kaum behandelt werden.

Das zentrale, oft wiederholte Motiv auf dem Album ist die Liebe – nicht bloß im Sinne romantischer Liebe, sondern vor allem als Lebenseinstellung. Jimmy Cliff, einer der letzten noch lebenden jamaikanischen Ska- und Reggae-Pioniere, wirkt mit seinen 78 Jahren vielleicht ein bisschen altersmilde. Er ist aber noch nicht über seinen musikalischen Zenit hinaus, den er womöglich erst vor zehn Jahren mit dem vorherigen Album „Rebirth“ (Wiedergeburt) erreicht hat.

Die ganze Album-Review liest Du hier weiter!

 DER MOPOP-TIpp 

Hamburgs Zweit-Wahrzeichen hat seine eigene Jahreszeit: den Elbphilharmonie-Sommer. Da internationale Tourneen so lange schmerzlich entbehrt werden mussten, stehen ab heute täglich wechselnde große Namen aus Klassik, Pop und Jazz auf dem Programm. Starpianistin Hélène Grimaud (Foto: Mozart Silvestrov) spielt mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra Gustav Mahlers Erste Sinfonie (24.8.). Und während The Cleveland Orchestra Werke von Bruckner und Berg mitbringen (31.8.), macht The Philadelphia Orchestra den „American Way Of Life“ hörbar mit Samuel Barber und den US-Komponistinnen Gabriela Lena Frank, Valerie Coleman und Florence Price (30.8.). Star-Cellist Sheku Kanneh-Mason – bekannt durch seinen Auftritt bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle – setzt gemeinsam mit dem Londoner Chineke! Orchestra auch in Hamburg ein Zeichen für Vielfalt mit Dawsons „African-American Folk Symphony“ (26.8.). Ukrainische und europäische Musiker bilden den noch jungen Klangkörper des „Ukrainian Freedom Orchestra“, das u. ​a. Werke des Kiewer Komponisten Valentin Sylvestrov spielt (13.8.) – eine Entdeckung für Hamburg.

Elbphilharmonie: 10.8.-1.9., diverse Zeiten und Preise, noch mehr Infos hier

 Die Sind heiß! 

Bzw.: In diesen Clubs wird es heiß! Genauer gesagt im Indra auf der Großen Freiheit 64 – dort spielt morgen Abend nämlich die texanische Hardcore-Band D.R.I. ein Konzert anlässliche ihres 40-jährigen Bandjubiläums. (20 Uhr, Tickets ab 22 Euro hier) Und auch im Monkeys Music Club in direkter guter Nachbarschaft von uns hier bei der MOPO (Barnerstraße 16) wird es am Samstag von der Decke tropfen. Denn die Oi!-Legenden Cockney Rejects (Grafik) spielen endlich wieder eine Show (20 Uhr, Tickets ab 29 Euro hier). Hin da – bei beiden Konzerten gibt es auch Abendkasse!
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